> Herbert Gronemeyer - Kinder an die Macht



Nach drei Jahren in Lateinamerika erreiche ich Europa. In Madrid setze ich mich am Sonntag Nachmittag vors koenigliche Schloss und beobachte das europaeische Leben. Nachdem ich in Lateinamerika einen wahrlichen Kinderueberfluss beobachtete, vermisse ich ploetzlich diese kleinen Geschoepfe. Wo sind all die Kinder geblieben? Ich vermisse ploetzlich die unschuldigen Schreie und das froehliche Gelaechter in hohen Toenen.




die armeen aus gummibärchen
die panzer aus marzipan
kriege werden aufgegessen
einfacher plan kindlich genial

es gibt kein gut
es gibt kein böse
es gibt kein schwarz
es gibt kein weiß
es gibt zahnlücken statt zu unterdrücken
gibt's erdbeereis auf lebenszeit
immer für 'ne überraschung gut

gebt den kindern das kommando
sie berechnen nicht was sie tun
die welt gehört in kinderhände
dem trübsinn ein ende
wir werden in grund und boden gelacht
kinder an die macht

sie sind die wahren anarchisten
lieben das chaos
räumen ab
kennen keine rechte
keine pflichten
noch ungebeugte kraft
massenhaft
ungestümer stolz

gebt den kindern das kommando
sie berechnen nicht was sie tun
die welt gehört in kinderhände
dem trübsinn ein ende
wir werden in grund und boden gelacht
kinder an die macht