> Manifest der Kommonistischen Partei - Karl Marx, Friedrich Engels



S.19

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkaempfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer , Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz , Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Ungestaltung der ganzen Gesellschqft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klasse.

S.20
Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei grosse feindliche Lager, in zwei grosse, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.

S.22
Die Bourgeoisie hat kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose „bare Zahlung“.

Sie hat den Menschen in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.

S.23
Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muss sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen.

Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet.

S.24
Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schiesst, mit der sie den hartnäckigsten fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen.

S.26
Die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringt; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden – die modernen Arbeiter, die Proletarier.

S.27
Die Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmässig allen Wechselfällen der Konkurenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt.

S.28
Es gibt nur noch Arbeitsinstrumente, die je nach Alter und Geschlecht verschiedene Kosten machen.

Der Kampf des Proletariats gegen die Bopurgeoisie beginnt mit seiner Existenz.

S.35
Man hat uns Kommunisten vorgeworfen, wir wollten das persönlich erworbene, selbsterarbeitete Eigentum abschaffen. – Erarbeitetes, erworbenes, selbstverdientes Eigentum! Sprecht ihr von dem kleinbürgerlichen, kleinbäuerlichen Eigentum, welches dem bürgerlichen Eigentum vorherging? Wir brauchen es nicht abzuschaffen, die Entwicklung der Industrie hat es abgeschafft und schafft es täglich ab.

S.37
Ihr entsetzt euch darüber, dass wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben.

S.38
Die Bildung ist für die enorme Mehrzahl die Heranbildung zur Maschiene.

S.39
Wir Kommunisten erfinden nicht die Einwirkung der Gesellschaft auf die Erziehung; wir verändern nur ihren Charakter, wir entreissen die Erziehung dem Einfluss einer herrschenden Klasse.

Die Kinder werden (durch die herkömmliche Bildung) in einfache Handelsartikel und Arbeitsinstrumente verwandelt.

S.40
Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander.

Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.

S.42
Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreissen, alle Produktionsinstrumente in die Hände des Staates, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.

10 Massregeln des Kommunismus:
Expropriation des Grundeigentums und Verwendung der Grundrente zu Staatsausgaben
Starke Progressivsteuer`
Abschaffung des Erbrechts
Konfiktion des Eigentums aller Emigranten und Rebellen
Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschliesslichem Monopol
Zentralisation des Transportwesens in den Händen des Staats
Vermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung der Ländereien nach einem gemeinschaftlichen Plan
Gleicher Arbeitszwang für alle, Errichtung industrieller Armees besonders für den Ackerbau
Vereinigung des Betriebs von Ackerbau und Industrie, Hinwirken auf die allmaeliche Beseitigung des Gegensatzes zwischen Stadt und Land
Oeffentliche und unentgeldliche Erziehung aller Kinder. Beseitigung der Fabrikarbeit der Kinder in ihrer heutigen Form. Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion.