26 Mai 2004 - Chilecito, Argentinien
Hallo Freunde
Hier in Argentinien gehts mit grossen Schritten dem Winter zu. Die Tage sind
nachwievor angenehm warm, doch die Naechte fuerchterlich kalt. Sobald die
Sonne untergeht ist draussen kein bleiben mehr. Das Wasser gefriehrt und
es bildet sich Reif auf meinem Zelt. Doch so bleibe ich halt bis zum Sonnenaufgang
im neuen warmen Schlafsack und warte auf die waermende Sonne.
Die letzten drei Tage erlebte ich wieder einige Hoehepunkte meiner Reise.
Erst fuhr ich zum Nationalpark Ischigualasto, was auf Quetschua "Tal des
Todes" heisst. Als die ersten Menschen hier durchritten fanden sie jede Menge
Knochen. Sie glaubten es seine Guanacos oder Kuehe. In den 40er Jahren machten
sich Forscher auf in dieses Gebiet. Auch sie fanden Knochen, doch merkten
sie, dass das Dinosaurierknochen sind. 230Millionen Jahre alt so das aelteste
Exemplar sein. Somit der aelteste je gefundene Dinosaurier. Im Nationalpark
selbst durfte ich dann bizarre Sand, Fels und Steinformationen bewundern.
Seiner Aehnlichkeit mit dem Mond wegen wird dert Ort auch Valle de la Luna
(Mondtal) genannt.
Am naechsten Tag gings weiter zum Nationalpark Talampaya. Die Erosion frass
sich hier tief in ein uraltes Gebirgsmassiv ein. So tief, das heute bis zu
150m senkrecht aufragende Felswaende zu betrachten sind. Die rote Farbe der
Felswaende verleiht diesem Ort einen magischen Charakter.
Mit dem Velo durfte ich das Tal nicht befahren, so dass ich eine Tour mit
einem Pick-up machen musste. Vier altere Leute aus BsAs hatten sich eine
Tour gekauft und ich fragte sie nett, ob ich da auch noch mitfahren koenne.
Als ich nach der 1.5 stuendigen Tour fragte, was ich ihnen nun schuldig sei,
meinte der eine, es sei ein Geschenk, para un mejor entendimiento entre Argentinos
y Suizos, fuer eine bessere Verstaendigung von Argentinier und Schweizer!
Heute fuhr ich nun aud Pagancillo los ueber die Cuesta de Miranda. Schlicht
ein wunderbarer Ort. Eine Passstrasse fuehrte mich auf 2020m durch hunderte
von ueber zwei Meter hohen Kakteen, vorbei an roten Felsen und entlang an
mit Schnee frisch gepuderten 6000m hohen Bergen. Euphorisch schoss ich meine
Erinnerungsbilder, bis ploetzlich in der Haelfte des Passes die Fotobatterie
den Geist aufgab. So schaute ich um so intensiver um die herrlichen Bilder
nicht zu vergessen.
Ich fuhr die letzten Tage schnell, sehr schnell soger. 140km, 118km 110km,
99km am Tag waren meine Strecken. Ich muss vorwaerts machen, will ich nicht
ploetzlich am Morgen aufwachen und merken muss, dass ich erfrohren bin. Ich
hoff es kommt nicht so weit und trete dafuer kraeftig in die Pedale. Ich
geniesse es und meine Reisekriese ist definitiv ueberstanden. Ich bin kein
Stadtmensch mehr und die Tage in Santiago gingen mir gegen Ende auf den Sack.
Hier draussen in der Natur, wo ich mich niedersetze und ausser dem Wind und
ein paar Voegel nichts hoere, da fuehle ich mich wohl.
Gruss Chrigu
Chilecito, La Rioja, Argentina