> Harold Moreno Urbina
Nationalitaet: Costa Rica
Getroffen in: San Jose
Gemeinsam verbrachte Zeit: 9 Tage
Wie kam es dazu:
In Puerto Obaldia treffe ich mich mit Jerome aus Belgien. Er erzaehlt mir vom
hospitalityclub.org, einer Organisation in Internet, wo sich Leute bereit
erklaeren, dich als Reisender bei sich zuhause aufzunehmen.
Als ich Panama Stadt erreiche, melde ich mich bei diesem hospitalityclub.org an.
Da ich bald nach Costa Rica weiterfahre, suche ich nach Kontakten in San Jose,
der Hauptstadt des Landes. Ich schaue mir das Profil eines Harold Urbina an.
Noch am selben Tag schreibe iich ihm ein Mail, welches er mir sofort beantwoertet
und mich dabei zu sich nach Hause einlaedt.
Drei Wochen spaeter fahre ich in San Jose ein. Bei der Universitaet de
Costa Rica (UCR), wo Harold arbeitet, treffen wir uns.
Warum ist Harold die "Person des Monats Dezember 05" ?
Obwohl Harold mit seinem Kollegen Jose in einer aeusserst kleinen
Zweizimmerwohnung lebt, beherbergt er immer wieder Reisende von
hospitalityclub.org. Als ich in San Jose ankomme, ist eben noch jemand bei ihm
zu Gast. Doch anstatt mich in ein Hotel zu schicken, darf ich vorerst bei
seiner Familie bleiben.
Mehrere Naechte verbringe ich in Harolds kleinem Appartement. Wenn er
jemand bei sich zu Gast hat, schlaeft er auf dem Sofa. Dabei erzaehlt er mir, dass
er im vergangenen Monat nur gerade 8 Mal in seinem Bett habe schlafen koennen.
Fast jeden Abend nimmt er sich Zeit, so dass wir uns sehen koennen. Wir treffen
uns mit seinen Kollegen, Essen in einer In-Kantine, gehen tanzen und verbringen
den Sonntag zusammen mit seinen Kollegen bei ihm zuhause bei einer "paella".
Harlod schwaermt von der Schweiz. Er spricht fliessend und fehlerfrei Deutsch,
ohne aber je im Ausland gewesen zu sein. Er moechte ab Oktober 06 an der EPFL
in Lausanne studieren. Doch im Februar 06 erhaelt er eine Absage. Er koenne
zu wenig Geld fuer die zwei notwendigen Studienjahre vorweisen. Er, der mich
liebevoll beherbergte, wird von meinen reichen Landsleuten abgewiesen. Ich
schaeme mich fuer mein Land.
Als ich im Januar nach Nicaragua fahre, nimmt er dies als Anlass, mich besuchen
zu kommen. Zum ersten Mal in seinem Leben verlaesst er mit 25 Jahren sein
Heimatland. Als wir zusammen durch die Strassen von Managua und Leon laufen,
bemerke ich seine ungestillte Neugirde. Er ist ganz enttaeuscht, als im kleinen
Laden von nebenan weiterhin die Guezli zu kaufen sind, die er auch immer
in Costa Rica kauft. Ich wuenschte mir, dass er auch das Glueck haette,
die Welt kennen zu lernen. Er, dessen Neugirde ungestillt ist, darf nicht reisen.
Unterwegs treffe ich hunderte von Touristen. Sie reisen. Doch wollen sie in
Mittelamerika moeglichst das gleiche Essen, was sie auch in Europa auf das
Teller bekommen.
Als Harold von der schneckentempo.ch Seite hoert, bietet er freiwillig an, bei
den Uebersetzungen fuer eine Spanische Version zu helfen.